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Archive for August 2014

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? – Dieser Satz stammt von Johann Wolfgang von Goethe. Den Satz hat er zwar nicht bei seinem Aufenthalt in Saarbrücken von sich gegeben – aber auch dieser bedeutende Dichter hat schon unsere Landeshaupfstadt in der Barockzeit aufgesucht. Und auf seinen Spuren sind wir gestern bei der Mondscheintour für Genießer durch die Hauptstadt des Saarlandes gewandelt.

Saarbrücken historisch und kulinarisch entdecken !

Die Tour durch Saarbrücken beginnt an der von dem Architekten Friedrich Joachim Stengel  gebauten Ludwigskirche. Die evangelische Kriche sowie der sie umgebende Ludwigsplatz wurden im Auftrag von Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken als „Gesamtkunstwerk“ im Sinne einer barocken place royale entworfen. Der Bau begann im Jahr 1762. Nach dem Tod Wilhelm Heinrichs im Jahr 1768 wurden die Arbeiten wegen Geldmangels eingestellt. Erst 1775 wurde die Kirche durch seinen Sohn fertiggestellt, nach dem sie auch benannt wurde.

Ludwigskirche

Von dort aus führt der abendliche Spaziergang bei herrlichem Sonnenschein über einen Abschnitt von Europas bedeutendster Kulturstraße – dem von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärten Jakobsweg – zum Saarbrücker Schloss mit der benachbarten „Schatzkammer des Saarlandes“ im Historischen Museum Saar. Der Stadtführer Klaus Friedrich, Mitgründer der saarländischen Barockstraße, erläuterte sehr kompetent die verschiedenen Sehenswürdigkeiten.

Schloss

Über die Alte Brücke und die schöne Altstadtatmosphäre am St. Johanner Markt führt der Weg zum Domicil Leidinger, das sich in einem im Jahr 1812 als St. Johanner Pfarrhaus erbauten Gebäude befindet.

Dort wurde uns nach dem Sektempfang, den der Chef persönlich moderierte, ein mit regionalen Zutaten aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau verfeinertes zweigängiges Überraschungsmenü nach regionalem Originalrezept von 1769 samt begleitenden Weinen vom Bio-Weingut Ollinger-Gelz von der saarländischen Obermosel serviert. Zum Nachtisch stand ein „Coffee nach barocker Manier“ mit „Weingebackenem“, einer Köstlichkeit nach Originalrezept des 18. Jahrhunderts, auf der Speisekarte.

Peter Schuck – ein bekannter Cafétier und Experte für barocke „Coffee-Kultur“ aus Homburg – führte uns in die faszinierende Welt des „schwarzen Goldes“ ein. Hierbei erfuhren wir Wissenswertes über den Ursprung des Kaffees, seine Besonderheiten sowie die fesselnde Geschichte, wie der „Türkentrank“ im 17. und 18. Jahrhundert Europa eroberte. Krönender Abschluss war eine Kaffeezeremonie, bei der Peter Schuck im „Ibrik“ traditionell zubereiteten Mokka reichte. Dazu wurden auf einer Konfektschale aus „weißem Gold“ (Porzellan aus saarländischer Herstellung) kleine Köstlichkeiten nach regionalem Originalrezept von 1769 gereicht.

Mainzer

Im Anschluss an dieses kulinarisch-genussvolle Menu setzten wir unsere barocke Tour fort. Wir überquerten den 7. Längengrad Ost und lernten rund um den abendlichen St. Johanner Markt manch verborgene Facette einer scheinbar vertrauten Stadt kennen. Durch die stimmungsvoll beleuchteten Gassen der Altstadt führte der Mondscheinspaziergang schließlich zu einer der traditionsreichsten Gaststätten des Saarlandes, dem Stammhaus der 1702 gegründeten Traditionsbrauerei Bruch. Dort klang der anregend-kurzweilige Abend bei einem frisch gebrauten Hausbier der Saison aus.

Fazit: Nicht alltägliche Gaumenfreuden genießen, auf unterhaltsame Weise viel Neues erfahren und zudem glanzvolle Höhepunkte erleben – all das haben wir im Rahmen dieses ungewöhnlichen kulinarisch-kulturellen Streifzugs durch das abendliche Alt-Saarbrücken und Sankt Johann erleben können. Die Tour ist auf jeden Fall zu empfehlen.

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Ein schöner Sonntag – die Kinder haben sich angesagt – Zeit zum Grillen. Heute soll es als Hautspeise einen schönen bayrischen Krustenbraten aus dem Ramster mit Semmelknödeln und Blaukraut, als Nachspeise dann Cinnamon Rolls (Zimtschnecken) aus dem Duch Oven geben.

 

Grundlage für den Hauptgang

Gestern habe ich den Krustenbraten schon vorbereitet. Zuerst die Schwarte ca. 2mm rautenförmig eingeritzt, dann ca. 2 min. in Salzwasser gekocht. Anschließend wurde der Braten gerubbt und für 24. Stunden im Kühler einglagert.

Schwarte in Karos eingeritzt und 2 min. angekocht

fertig gerubbt

Heute morgen wurden dann die Vorbereitungen für die Cinnamon Rolls getroffen. Die Rolls sind denen der US-Filialbäckerei „Cinnabon“ nachempfunden. Sie sind am köstlichsten, wenn sie ganz frisch aus dem Ofen kommen und verbreiten einen unglaublichen Karamel-Zimt-Duft.

Zutaten:

Teig:

50 g Butter, geschmolzen, abgekühlt
300 ml lauwarme Milch
1 Ei, 1 EL Zucker, 1/2 TL Salz
1 Paket Vanille-Puddingpulver
500 g Mehl
1 Paket Trockenhefe


Füllung:

75 g weiche Butter
100 – 150 g brauner Zucker
2 TL Zimt
100 g gehackte Wal- oder Pecannüsse
Frosting: 50 g Philadelphia
15 g flüssige Butter
100 g Puderzucker
etwas Vanillearoma

Alle Teigzutaten  hat Carmen in die Schüssel der Maschine gegeben, verknetet und dann ein Stunde gehen lassen. Anschließend wurde der Teig zu einem großen Rechteck ausgerollt, großzügig mit der weichen Butter bestrichen, mit Zimtzucker und Nüssen bestreut und von der längeren Seite her aufgerollt.

Teig für die Zimtschnecken ausgerollt

Mit braunem Zucker, Zimt und gehackten Nüssen belegt

Die Rolle wure dann mit einem sehr scharfen Messer in etwa zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Vorher wurde der Dutch Oven schon vorbereitet, indem er mit Sonnenblumenmargerine eingerieben  und dann mit Backpapier ausgelegt wurde.

Vorbereitung des DO für die Nachspeise

Die Zimtschnecken (Rolls) wurden dann in den DO gelegt, um nochmals für ca. eine Stunde zu ruhen. Währenddessen wurde das Frosting zum späteren Bestreichen der Schnecken angerührt.

Fertig gerollt und jetzt noch ne Stunde im DO gehen lassen

 

Zwischenzeitlich ist der Krustenbraten ca. eine Stunde im Ofen. Die Kruste hat sich leider schon zu stark ausgebildet. Die Tempertatur war etwas hoch. Mal sehen, ob da noch was geht. DIe Kernttemperatur beträgt jetzt ca. 50 Grad. Zeit, um das Wurzelgemüse und die Gemüsebrühe zuzugeben. Ein Liter Dunkelbier – ich habe Franzuskaner Weissbier genommen – rundet das ganze ab. Jetzt beträgt die Ofentemperatur 120 Grad, der Braten kann jetzt noch ne Stunde schmoren.

Nach ca. einer Stunde - Kruste etwas dunkel .-)

Die Kohlebriketts für die Zimtschnecken sind zwischenzeitlich auch durchgeglüht. Die Schnecken sind noch schön aufgegangen. Unter den DO kommen 8 Brekkis, auf den Deckel 15 Brekkis.

DO schön ausgefüllt

Auf dem Deckel sieht man schön den Unterschied zwischen den kleinen Lidl-Brekkis und den größeren, länger glühenden Aldi-Brekkis. Die letzteren sind für den DO besser geeignet.

IMG_1511

11:30 Uhr – Nach 1,5 Stunden hat der Krustenbraten seine Kerntemperatur von 75 grad erreicht. Das Wurzelgemüse hat sich schön mit der Gemüsebrühe und dem Weissbier verbunden. Aus dem Sud wird jetzt eine schöne dunkle Sauce gebastelt. Der Braten kann noch ne halbe Stunde ruhen….

ferdisch !!!

Der Tisch ist gedeckt – die Kinder können kommen. Schade, dass es noch kein „Geruchsinternet“ gibt. Die Zimtschnecken duften schon verdammt gut.

Blick auf den Tisch und die Hardware

12:00 Uhr – Essen ist fertig. Der Krustenbraten schmeckt klasse. Hier noch ein abschließendes Tellerbild – Krustenbraten mit Semmelknödel, Biersauce und knackigem Salat:

Tellerbild

Gerade mit Essen fertig, verdunkelt sich der Himmel und ein Wolkenbruch geht nieder – da müssen wir die Zimtschnecken wohl im Haus fertigmachen….

Das Ergebnis:

Zimtschnecken

Fazit: Es hat allen geschmeckt. Heute nachmittag geht’s noch zu einem Eisbecher nach St. Ingbert.

 

 

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