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Archive for August 2013

 Die Huwwel-Kraxler sind wieder unterwegs – nächste Woche gehts zu unserer jährlichen Hüttentour – in diesem Jahr wieder nach Oberstdorf. Da uns im letzten Jahr, genau zur gleichen Zeit, ein kleiner Wintereinbruch die Tour etwas vermasselt hatte, wollen wir heuer die Route Oberstdorf – Rappenseehütte – Heilbronner Weg – Kemptener Hütte – Oberstdorf erneut angehen.

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Der Gipfel der Allgäuer Alpen!

Seit über hundert Jahren ist der Heilbronner Weg am zentralen Allgäuer Hauptkamm einer der schönsten und beliebtesten Höhenwege in den Alpen. Schroff, ausgesetzt und vielerorts stahlseilversichert führt der Höhenweg zunächst eingebettet im Fels, später dann hauptsächlich direkt auf dem Grat des zentralen Allgäuer Hauptkammes und damit über einige der höchsten Berge in den Allgäuer Alpen. Bei guten Sichtverhältnissen sind traumhafte Ausblicke auf hunderte von Alpengipfeln garantiert!

Der Felsensteig und eigentliche Verlauf des Heilbronner Höhenweges führt vom Einstieg unterhalb des Hohen Lichts bis zur Bockkarscharte. Hier verläuft der hochalpinste Höhenweg Deutschlands auf der gesamten Strecke oberhalb von 2.400 Metern! Am Ende des ältesten Felsensteiges in den nördlichen Kalkalpen hat man dann die Möglichkeit, den Abstieg zum Waltenberger Haus  oder wie wir den Weg bis zur Kemptner Hütte zu verlängern. Atemberaubende Gipfelblicke, aber auch eine außergewöhnliche – an die extremen Verhältnisse angepasste – Flora und Fauna sind dem Bergsteiger gewiss!
 
Die Gipfel am Allgäuer Hauptkamm oberhalb von 2.400 Metern sind als Tagesziel meist sehr anspruchsvoll oder erfordern eine Hüttenübernachtung. Wir steigen von Oberstdorf aus am ersten Tag zur Rappenseehütte. Auf dieser größten DAV-Alpenvereinshütte beenden wir bei einem (oder mehreren) gemütlichem Bier die erste Tagesetappe.
 
 
Am nächsten Morgen nehmen wir dann den Heilbronner Höhenweg in Angriff. Gleich zu Beginn muss eine enge Felsspalte in schroffem Gelände durchstiegen werden. Das sogenannte „Heilbronner Törle“ ist ein beliebtes Fotomotiv und stellt gewissermaßen den Eingang zum Heilbronner Weg dar. Der kühn angelegte und luftig durch die wilde Felslandschaft führende Bergpfad weißt vielerorts den Charakter eines Klettersteiges auf. Vor allem im Bereich der Steinschartenköpfe kann er beim passieren einer Stahlleiter und Alubrücke mit einem leichten Klettersteig verglichen werden. Der großzügig aufgebaute Gipfelaufbau des Bockkarkopfes eignet sich sehr gut zu einer wohlverdienten Pause. Für Tourengeher, die das Hohe Licht ausgelassen haben, ist der Gipfel mit 2.608m der höchste Punkt des Bergsteiges. 
 

Die beste Zeit für eine Begehung des Heilbronner Höhenweges ist Anfang Juli bis Ende September. Dann sind die nordseitigen Altschneefelder für gewöhnlich ausgeschaufelt, so dass er unter sommerlichen Normalverhältnissen begehbar ist. Viele schattenseitige Hänge in den Allgäuer Alpen sind aber auch in dieser Zeit noch durch ausgedehnte Altschneefelder bedeckt. Vor allem an Wochenenden in der Ferienzeit sind die Hütten bei entsprechender Wetterprognose stark frequentiert.

Geologisch gesehen führt der Heilbronner Höhenweg über die kalkalpinen Decken des Allgäuer Hauptdolomits, der mitunter ältesten Gesteinsschicht in den Allgäuer Alpen, die auf die jüngeren und fruchtbareren Gesteinsschichten wie beispielsweise dem Fleckenmergel aufgeschoben wurde.

KH

Nachdem der Bau des Heilbronner Höhenweges der DAV Sektion Heilbronn (die den Weg bis heute betreut) mit 8500 Mark das Doppelte der veranschlagten Summe kostete, wurde er im Juli 1899 eingeweiht. Danach blieb der Bergsteig bis auf die alljährlichen Instandsetzungsarbeiten nahezu unverändert. In den schlimmen Zeiten des zweiten Weltkrieges war die Begehung des Weges vorrübergehend verboten. 1985 zerstörte ein Blitzschlag die Stahlseilversicherungen auf dem Grat des Steinschartenkopfes. Im Sommer 2000 wurde der Weg zuletzt generalüberholt und neu gesichert.

Den zweiten Tag der Wanderung beenden wir dann auf der Kemptner Hütte. Am letzten Tag , Samstag, machen wir uns dann an den Abstieg Richtung Oberstdorf. Hoffen wir auf gutes Wetter….

Bericht der Tour und Bilder folgen, Tourbeschreibung 2013 Oberstdorf.

 

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