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Seit 25. Mai 2018 gilt in der gesamten Europäischen Union die neue EU-Datenschutzgrundverordnung und das neue Bundesdatenschutzgesetz. Unternehmen, Vereine, aber auch kleine Arztpraxen, Handwerksbetriebe und sonstige nichtöffentliche Stellen, die personenbezogene Daten verarbeiten, mussten sich die letzten zwei Jahre mit der neuen Verordnung befassen. Viele haben sich allerdings noch nicht richtig damit befasst. Allerdings drohen, wenn man den Datenschutz nicht auf diese neuen Verordnungen umstellt, empfindliche Stafen.

Ich habe speziell für den Verein für Deutsche Schäferhunde ein paar Tipps aufgeschrieben, mit denen die Datenschutzgrundverordnung leichter zu verstehen ist. Die Tipps sind aber auch für andere Vereine und Unternehmen anwendbar:

1.   Die EU-Datenschutzgrundverordnung im Verein

Nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Vereinen werden unterschiedlichste persönliche Daten auf vielfältige Weise erhoben, genutzt und eventuell auch weitergegeben. Diese Datenerhebung erfolgt teilweise aufgrund der satzungsgemäßen Verpflichtungen eines Vereins wie zum Beispiel die Datenerfassung bei einem neuen Vereinsmitglied aber auch vielleicht zur Erleichterung der Vereinsarbeit. Heutzutage werden diese Daten meist in elektronischer Form gespeichert und bearbeitet.

Seit vielen Jahren bestehen hierzu entsprechende Datenschutzregeln. Am 25. Mai 2018 tritt nun eine europaweite Neuregelung, die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft, die eine weitgehende Vereinheitlichung der zurzeit noch national unterschiedlichen Gesetzgebungen zum Datenschutzrecht zum Ziel hat. Die neue EU-DSGVO gilt schon seit 25. Mai 2016. Es wurde aber eine Übergangsfrist bis zum 25. Mai dieses Jahres gewährt. Für die Vereine gelten daher ab dem 25.5.2018 sowohl die Regularien der EU-DSGVO sowie des neuen Bundesdatenschutzgesetzes. Einhergehend mit dem Wirksamwerden werden auch die möglichen Bußgelder deutlich erhöht, weshalb Vereinen dringend anzuraten ist, das Thema Datenschutz genauer zu betrachten und die Regeln zu befolgen.

2.   Was sind personengebundene Daten

Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person. Damit sind nicht nur die zur Identifizierung einer Person erforderlichen Daten wie z.B. der Name und das Geburtsdatum gemeint, sondern auch Angaben wie Familienstand, Anschrift, Beruf, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Aber auch Prüfungsergebnisse, Daten im Schaukatalog einer Zuchtschau und Turnierdaten eines Agilitytunieres sind personenbezogene Daten, die schützenswert sind. Sogar die Tätowiernummer oder die Chipnummer ihres Hundes sind ein personenbezogenes Datum, da über diese Nummer Rückschlüsse auf den Züchter oder Eigentümer des Hundes gezogen werden können.

3.   Welche daten dürfen erhoben werden

Grundsätzlich dürfen nur die Daten einer Person erhoben werden, die für die satzungsgemäße Verwaltung der Daten erforderlich sind. Eine Verwendung dieser Daten ist nur dann zulässig, wenn die EU-DSGVO, das neue BDSG, eine andere Rechtsvorschrift oder die persönliche Einwilligung der betroffenen Person dies erlauben.

Innerhalb einer Ortsgruppe sind die Aufgaben in der Regel abgegrenzt und bestimmten Funktionsträgern zugewiesen. Wer für was zuständig ist, wird durch die Satzung oder die Geschäftsordnung des Vereins bestimmt. Für den Umgang mit den Mitgliederdaten gilt, dass jeder Funktionsträger nur die für die Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen Mitgliederdaten kennen, verarbeiten und nutzen darf. Diese dürfen grundsätzlich nur zu dem Zweck verwendet werden, zu dem sie der Verein erhoben hat und den er entsprechend seiner Satzung verfolgt.

In vielen Vereinen ist es üblich, Informationen über ihre Mitglieder an einem „Schwarzen Brett“ oder in Vereinsblättern bekannt zu machen. Das führt dazu, dass auch vereinsfremde Personen von persönlichen Angelegenheiten der Vereinsmitglieder Kenntnis erhalten können. Auch wenn derartige Veröffentlichungen für die Erreichung der Ziele des Vereins üblich und geboten sind – etwa Ergebnisse eines Agilitytunieres oder Zuchtschauergebnisse – müssen diese Mitteilungen unterbleiben, wenn ihnen schutzwürdige Belange der Betroffenen entgegenstehen. Deswegen sollte jedes Vereinsmitglied, aber auch Ortsgruppenfremde Personen vor Veröffentlichung rechtzeitig informiert werden, was wann wo auf welchem Wege der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, damit dieser Veröffentlichung widersprochen werden kann. Das gilt grundsätzlich, allerdings mit viel engeren Grenzen, auch für die Verbreitung von Mitteilungen im Internet.

Die Mitgliederdaten einer Ortsgruppe sind nicht automatisch auch Daten des Hauptvereins, obwohl die Ortsgruppe eine Unterorganisation des Hauptverbandes ist. Vielmehr ist der Hauptverein datenschutzrechtlich wie eine „fremde“ Stelle zu behandeln. Personenbezogene Daten der Vereinsmitglieder dürfen dem Hauptverein nur zur Verfügung gestellt werden, wenn dieser eine Aufgabe erfüllt, die letztlich auch im berechtigten Interesse des übermittelnden Vereines liegt.

In jedem Verein muss es für die Verwaltung der Mitgliederdaten ein sogenanntes Datenlöschkonzept geben. In dieser ist festzulegen, wann welche Daten der Mitglieder zu löschen sind. Dabei gilt die Faustregel, dass eine Löschung erst geboten, aber dann auch tatsächlich vorzunehmen ist, wenn nach dem Austritt eines Mitgliedes nicht mehr mit Rückfragen wegen der erloschenen Mitgliedschaft gerechnet werden muss.

4.   Wichtige Punkte der EU-DSGVO

Folgende Punkte sind für die Orts- und Landesgruppen wichtig und sollten beachtet werden:

A.    Grundsätze für Verarbeitung personenbezogener Daten

Art. 5 der DSGVO beschreibt überschaubar und einfach formuliert die Grundsätze der Verarbeitung personenbezogener Daten, die auch von Vereinen bei jedem Umgang mit persönlichen Daten zu beachten sind.

Beispiel: Der Grundsatz der Zweckbindung und Datenminimierung, bedeutet, dass nur die Daten verarbeitet werden dürfen, die „für festgelegte, eindeutige und legitime Zweck“ bestimmt sind. Die Verarbeitung muss „auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein“ (Art. 5 DSGVO).

B.    Technische und organisatorische Maßnahmen

Nach Art. 24 Abs. 1 der DSGVO müssen auch Vereine dafür Sorge tragen und überprüfen, ob die eigenen technischen und organisatorischen Maßnahmen der Datenverarbeitung geeignet sind, Datensicherheit zu gewährleisten. Bei allen Datenverarbeitungsvorgängen muss demnach überprüft werden, ob ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind.

C.    Informationspflichten

Auch die Ortsgruppen im SV sind verpflichtet, die Personen, deren Daten Sie verarbeiten schon vor der Verarbeitung der Daten umfangreich zu informieren. Art. 13 der DSGVO gibt hierzu eine genaue Liste der Informationen vor, die „der betroffenen Person zum Zeitpunkt der Erhebung“ mitzuteilen sind. Im Vergleich zu den bisherigen Vorschriften laut Telemedien- und Bundesdatenschutzgesetz sind einige neue Anforderungen hinzugekommen, die es genau zu beachten gilt. Sofern diese Informationen den Personen, von denen bereits Daten erhoben wurden, noch nicht zur Verfügung gestellt wurden, muss dies aktiv durch den Verein vor dem 25.5.2018 erfolgen.

D.    Einwilligungserklärungen

Die DSGVO gibt in Art. 4 Abs. 11 detaillierte Regelungen zu Einwilligungserklärungen der Personen vor, deren personenbezogene Daten von einer Ortsgruppe verarbeitet werden. Insbesondere wird bei der Einwilligung betont, dass dies eine „unmissverständlich abgegebene Willensbekundung“, bzw. „eine eindeutig bestätigende Handlung“ sein muss. Ein bereits angekreuztes Kästchen beispielsweise ist nicht zulässig. Ein besonderes Augenmerk muss zukünftig auch auf der Formulierung der Einwilligung liegen, da diese „in verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache“ (Art. 7 Abs. 2 DSGVO) erfolgen muss. Dies bedeutet zudem, dass die Verantwortlichen der Ortsgruppe auch kritisch prüfen müssen, ob die eventuell bereits vorliegenden Einwilligungserklärungen noch den neuen Anforderungen entsprechen.

E.     Verfahrensverzeichnis

Neu für viele Vereine ist die Verpflichtung nach Art 30. Abs. 1 Satz 1 DSGVO „ein Verzeichnis aller Verarbeitungstätigkeiten, die ihrer Zuständigkeit unterliegen“ zu führen. Zwar gilt dies nach Art. 30 Abs. 5 der DSGVO nicht für Einrichtungen „die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen“. Jedoch dürfte die darauffolgende Ausnahme „die Verarbeitung erfolgt nicht nur gelegentlich“ auch auf unsere Ortsgruppen zutreffen, da alleine schon ein Mitgliederverzeichnis als „Verzeichnis einer ständigen Verarbeitung“ angesehen wird.

F.     Meldepflicht

Nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO besteht nun auch für Vereine die Pflicht, eine „Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten … unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, nachdem … die Verletzung bekannt wurde, der … zuständigen Aufsichtsbehörde“ zu melden. Dies bedeutet, dass jede Ortsgruppe im Vorfeld einen Prozess, ein Muster für die Meldung an die Behörde und die zuständig verantwortliche Person bestimmen sollte. Mindestinhalte der Meldung sind in Art 33 Abs. 3 DSGVO geregelt.

G.    Datenschutzbeauftragte/r

Wenn mindestens 10 Personen im Verein ständig mit der Verarbeitung von Daten betraut sind, muss ein Datenschutzbeauftragter benannt werden (Art. 38 Abs. BDSG neu). Diese Regelung galt bereits bisher, jedoch wurden die zukünftigen Aufgaben des Datenschutzbeauftragten verschärft. Aufgaben des Datenschutzbeauftragten sind u.a. „Beratung des Verantwortlichen“, die „Überwachung der Einhaltung der Verordnung“ sowie „Sensibilisierung und Schulung der an den Verarbeitungsvorgängen beteiligten Mitarbeiter“ und die „Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde“. Da es aber wahrscheinlich innerhalb des SV keine Ortsgruppen geben wird, in denen ständig mehr als 10 Vereinsmitglieder mit der Bearbeitung personengebundener Daten beschäftigt sind, wird diese Regelung nur auf die Hauptgeschäftsstelle des SV zutreffen.

Ein besonderes Augenmerk sollte zukünftig auch auf die Dokumentation jeder Maßnahme beim Umgang mit Daten bzw. in der Umsetzung der EU-DSGVO gelegt werden, da nach Art. 5 Abs. 2 EU-DSGVO der Verein in Zukunft, sollte es zu Datenschutzverstößen kommen, nachweisen können muss, dass er die datenschutzrechtlichen Regelungen eingehalten hat.

5.   Was ist zu für die Vereine nun zu tun?

Die Ortsgruppen sollten sich schnellstmöglich mit der Umsetzung der Anforderungen befassen. Folgende  Punkte sollten dabei beachtet werden:

  • Anpassung der Mitgliedsanträge, Erstellung eines Infoblattes mit Hinweis auf die Verwendung der Daten des Mitgliedes. (Mit der Unterschrift bestätigt das neue Mitglied den Erhalt der Information)
  • Erstellung eines Infoschreibens für die Bestandsmitglieder und Erstellung eines Formblattes, in dem das Mitglied den Erhalt bestätigt
  • Erstellung eines Verarbeitungsverzeichnisses nach Art. 30 DSGVO
  • Überarbeitung von Einwilligungserklärungen gemäß den Vorgaben der DSGVO (z.B. für die Veröffentlichung von Bildern des Mitgliedes)
  • Prüfung und Sicherstellung der TOMs (= technischen und organisatorischen Maßnahmen)
  • Erstellung eines Sicherheitskonzeptes
  • Sicherstellung der Betroffenenrechte

Die Anforderungen zur DSGVO sollten schon seit 25. Mai 2018 umgesetzt sein. Wenn Sie jetzt noch nichts gemacht haben, sollten Sie schnellstens damit beginnen. Es ist damit zu rechnen, dass seitens der Behörden Prüfungen in nicht unerheblichem Maße anstehen werden.

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Der erste Monat des neuen Jahres ist schon fast wieder vorbei. Die Tage werden wieder länger und die Temperaturen steigen hoffentlich bald auch wieder. Die dunkle Jahreszeit geht langsam wieder zuende. In diesem Winter war das Wetter bisher ja nicht richtig winterlich. Man konnten kaum vor die Tür treten. Immer nur Regen, Sturm und ungemütliche Temperaturen. Da hilft nur ein guter Roter und gutes Essen. Da die Bestände im Weinkeller logischerweise dadurch auch schrumpfen, muss für Nachschub gesorgt werden. Außerdem haben wir ja in diesem Jahr auch eine Hochzeit auf dem Programm stehen, an der wir den Gästen natürlich auch einen guten Wein anbieten wollen 🙂

Und mit dem Juan Gil Selección Bartolomé Abellan machen wir da sicherlich nichts falsch. Bei diesem Wein handelt es sich um eine Sonder-Edition von Spitzen-Weinmacher Bartolomé Abellan.

Wenn ein Top-Önologe wie Bartolomé Abellan einem Wein seinen Namen verleiht, dann kommt das einem Qualitätsversprechen gleich. Deshalb wird diese Sonder-Edition auch nur in jenen Jahren vinifiziert, in denen die Voraussetzungen perfekt sind – Handlese der besten Trauben, sorgsame Selektion, schonende Vinifizierung und 4 Monate Ausbau in edler Eiche: Das sind die Zutaten für dieses Wunderwerk an mediterranem Wein.  Am Gaumen mit viel Kraft, Eleganz und unwiderstehlichem Schmelz ausgestattet, trinkt dieser Rote sich prächtig, zeigt große Harmonie und eine delikate mineralische Frische.

Die Bodega Jumilla liegt in den Grenzregionen der Provinzen Murcia und Albacete und hat eine fesselnde Entwicklung durchlaufen. Es ist noch nicht so lange her, da galten die Weine dieser Gegend bestenfalls als trinkbar. Wie hat sich das gewandelt! Besonders die Weine aus der Rebsorte Monastrell haben eine beeindruckende Karriere hinter sich.

Das liegt zum einen daran, dass man hier schon früh das große Potenzial dieser Rebsorte erkannt hat und sich mit großer Leidenschaft für den Erhalt besonders alter Rebstöcke engagiert. Zum anderen aber auch an der Fähigkeit, alte Zöpfe abzuschneiden, und sich modernster Weinbereitung zuzuwenden. Das hat weltweit für große Anerkennung gesorgt und spätestens seitdem sein Monastrell mehrere Jahre in Folge die ominöse 90-Punkte-Schallmauer bei Wein-Guru Robert Parker durchbrechen konnte, hat sich der Ruf als Spezialist für diese originär spanische Rebsorte wie ein Lauffeuer verbreitet.

Heute gibt’s zum gefüllten Schweinefilet mit Parmaschinken diesen schönen, tiefroten Spanier. Man gönnt sich ja sonst nix 🙂

 

Seit uns unser geliebter Dexter Ende Januar 2017 verlassen hat, waren wir erstmals seit über 30 Jahren mehrere Monate ohne Hund. Eigentlich wollten wir auch in nächster Zeit keinen Vierbeiner mehr zu uns holen. Aber wie das immer so ist – in einem Restaurant in Ulm haben wir eines Abends einen der seltenen Gordon Setter gesehen. Diese alte englische Hunderasse hat mir immer schon gut gefallen. Und das Prachtexemplar im Restaurant hat mich an diesem besagten Abend in seinen Bann gezogen.

Wieder zuhause hat Carmen dann im Netz rumgestöbert und auch gute seriöse Gordon Setter Züchter gefunden. Im hohen Norden stießen wir dann auf die Gordon Setter Zucht „vom Pulserdamm“. Am gleichen Abend ging dann noch eine Mail zur Züchterin raus. Nach umfangreichen Fragen seitens der Züchterin über unser Zuhause, Erfahrung mit Hunden und das Familienumfeld konnten wir diese überzeugen, dass wir auch für einen Gordon Setter Welpen geeignet sind. Ein prächtiger kleiner Rüde wurde uns dann zugesagt – Ucello vom Pulserdamm, so sein Name.

Gestern habe ich den kleinen Racker in Kaisborstel, einem kleinen Ort 70km von Hamburg entfernt abholen können. Von der Tasche, in die er rein müsste, war er zwar nicht so begeistert aber er war trotzdem sehr entspannt.  Leider mussten wir im Flieger dann auf dem Rollfeld ewig warten. Ein Irrer hatte den Sicherheitszaun überwunden und hat mit Polizei Katz und Maus gepielt. Aber Gordi nahm das ganz gelassen. Um Mitternacht waren wir dann ziemlich geschafft zuhause.

Da wahrscheinlich die wenigsten die Rasse der Gordon Setter kennen, werde ich in der nächsten Zeit hier über die Rasse, die Verwendung der Gordon Setter, seine Eigenarten und natürlich speziell über unseren kleinen Gordi berichten.

Woher kommt der Gordon Setter ?

Setter artige Hunde finden schon lange für Jagdzwecke Verwendung. In Frankreich und England wurden diese „Vorstehhunde“ schon im Mittelalter zur Jagd auf Federvieh genutzt. Die Hunde suchten und spürten das Wild mit hoher Nase auf und setzten oder legten sich in entsprechendem Abstand davor   nieder, ohne es aufzuscheuchen. Die Jäger konnten dann große Decknetze über die Beute werfen, so dass sich das Flugwild darin verfing. Derartige Vogelhunde wurden „Setting Dogs“, kurz „Setter“ genannt. Bereits um 1200 wurden die Ahnen des heutigen Gordon Setter als arbeitsfreudige und vielseitige Vorstehhunde gerühmt.

Die Haltung von großen Jagdhunden war in England nur dem Adel und der Oberschicht erlaubt. Die Hunde lebten auf großen Schlössern, Burgen oder Landgütern. Aus den verschiedensten Hunden wurden unterschiedliche Setter-Rassen gezüchtet.

Der Gordon Setter gibt es seit Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Seinen Namen hat er von den Herzogen von Gordon. Diese begannen um 1820 auf dem Landgut Gordon Castle in Schottland mit der Zucht dieser schönen Rasse.

Sein heutiges Aussehen mit den bekannten Farben festigte sich um 1873, als der Englische Kennel Club gegründet und der Rassestandard festgelegt wurde. Als Rassename wurde „Black and Tan Setter“ festgelegt. 1924 wurde die Rasse dann in „Gordon Setter“ umbenannt.

Die deutschen Jäger, vorwiegend aus dem süddeutschen Raum, wurden Ende des 19. Jahrhunderts auf den gelehrigen Jagdhelfer aufmerksam. Da der Gordon Setter ein sehr schneller Hund ist, nahm die Bedeutung dieses Hundes für die Jagd aber wieder ab. Man wünschte sich mehr einen Allround-Jagdhund, der nicht so schnell und kleiner ist. Erst Ende der 60er Jahre wurden wieder Gordon Setter importiert. Bis heute ist der wunderschöne, temperamentvolle Hund aber sehr selten in unserem Land.

Seit einigen Jahren läuft die Zucht der Gordon Setter eher zweigleisig. Die Jäger legen einerseits größten Wert auf die Leistungsfähigkeit ihrer Hunde, fördern diese durch Jagdprüfungen und machen ihre Welpen schon früh mit Wild vertraut, um den Welpen entsprechend auf ihre späteren Aufgaben als Jagdhunde zu prägen.

Die Gordon Setter „vom Pulserdamm“ werden eher als kinderfreundliche Familien- und Begleithunde gezüchtet. Die Zucht wird seit Generationen nicht jagdlich gefördert, sie zeichnen sich vielmehr durch ihre innere Ruhe und große Gelassenheit aus.

Die Ahnenreihe der Gordon Setter Welpen „vom Pulserdamm“ geht auf sechs Generationen zurück. Mit „Old Kent´s Cherry“ begann die Zucht 1996, sie ist die Stammhündin aller heutigen Gordon Setter „vom Pulserdamm“. Und unser kleiner Gordi ist mit seinen Geschwistern der Jüngste der Ahnenreihe.

Aber bei aller Freude über den kleinen Racker wollen wir natürlich auch  unseren geliebten, leider zu früh verstorbenen Dexter nicht vergessen.

Der nächste Bericht wird sich dann um die ersten Tage von Gordi in seinem neuen Zuhause drehen.

To be continue…

Langsam aber sicher neigt sich der Urlaub dem Ende zu. Heute werden wir in der letzten Stadt der Mittelmeerrunde anlegen. Nachdem wir Italien, Malta und Spanien gesehen haben, legen wir heute in der Südfranzösischen Stadt Marseille an.

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Marseille ist das Tor zur Provence und ein beliebtes Ziel von Mittelmeer Kreuzfahrten. Früher war Marseille eine verrufene Hafenstadt – schmutzig, kriminell und mit tödlichen Bandenkriegen. Das Bild ist immer noch weit verbreitet. Kaum eine andere europäische Großstadt hat ein ähnlich schlechtes Image wie Marseille. Die Hafenstadt ist von den Griechen um das Jahr 600 v.Chr. als eine sehr erfolgreiche Handelsniederlassung gegründet worden. Eine Platte am Ende des Vieux Port erinnert daran.

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Der Vieux Port war viele Jahrhunderte der Hafen und das wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Heute liegen im Hafenbecken Fischerboote und immer mehr Jachten.  Durch den Handel mit den Kolonien im 16 Jh. von denen Zucker, Kakao, Kaffee und Gewürze nach Europa transportiert wurden, expandierte Marseille zu einer Handels- und Hafenstadt, die ihres gleichen im Mittelmeer sucht. Mit dem wachsenden Einfluss Frankreichs in Nordafrika und durch die Eröffnung des Suezkanals 1869 gewann der Hafen immer mehr an Bedeutung.

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2013 wurde der Bereich rund um die alten Hafen gründlich modernisiert. Heute der Vieux Port das kulturelle Herz der Stadt. Die Hafenstadt präsentiert sich dem Besucher heute aufgeräumt und freundlich.  Nach den Umbau Arbeiten durfte lediglich der morgendliche Fischmarkt durfte bleiben.

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Auch das alte Panier-Viertel, ein Labyrinth von Gassen, Treppen und bunten Häusern, erstrahlt in neuem Glanz.  Marseille, das schon immer  der „Schmelztiegel“ im südlichen Teil Frankreichs genannt wurde, besteht aus einer bunt gemischten Bevölkerung, die sich aus Arabern, Afrikaner, Asiaten und Europäern zusammensetzt. Die Atmosphäre dieser südländischen Stadt mit dem provenzalischem Einfluss ist atemberaubend.

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Es gibt in Marseille zwei mögliche Häfen für Kreuzfahrtschiffe. Kleine Kreuzfahrtenschiffe mit einer Länge von unter 200 Metern laufen Port de la Joliette in der Nähe des Stadtzentrums an. Die große Mehrheit , wie auch unsere 315m lange Meraviglia macht an der Môle Léon Gourret circa 8 Kilometer westlich von Marseille fest. An den Kais können mehrere große Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen. Hier gibt es moderne Kreuzfahrtterminals mit allem Komfort.

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Heute haben wir wieder eine Tour gebucht. Der Bus bringt uns zuerst zu dem über allem thronenden, auf einem 154 m hohen Felsen gelegenen, weithin sichtbaren Wahrzeichen von Marseille – der Notre Dame de la Garde.

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Die Wallfahrtskapelle wurde im byzantinischen Stil von 1853 bis 1864 erbaut. Auf dem 60 m hohen Turm befindet sich eine vergoldete ca. 10 m hohe Madonnenstatue. Vom Vorplatz aus hat man einen großartigen Blick über die Stadt. Die Basilika besteht aus einer oberen und unteren Kirche und wurde auf den Grundfesten einer alten Kapelle errichtet.

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Nach der interessanten Besichtigung bringt uns der Bus entlang der Küstenstraße zum Schloss Borély. Das Anwesen der Familie Borély wurde im Jahr 1766 errichtet. Zu dem Schloss gehört ein 17 Hektar großer Park mit einem See, einem Garten im französischen Stil, einem Rosengarten und einem botanischen Garten.

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Der Park ist die grüne Lunge der Stadt. Das Schloss ist stilecht renoviert. Im Schlossinnern befindet sich das Museum der dekorativen Kunst und Mode.

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Nach der Besichtigung fahren wir zurück in die Stadt, wo wir uns selbstverständlich auch noch das Stadtzentrum von Marseille ansehen. Einen Abstecher machen wir zum Palais Longchamp. Obwohl Marseille am Wasser liegt, gab es in früheren Jahren häufig Trinkwassermangel in der Stadt. 1834 brach nach einer extremen Trockenperiode eine Cholera Epidemie aus.

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Die damalige Stadtverwaltung sah sich gezwungen, endlich etwas gegen den Wassermangel zu unternehmen. Man entscheid sich für ein kühnes Projekt des jungen Ingenieurs Franz Mayor de Monticher, der die Idee hatte, eine 85 km lange Wasserleitung in Form eines Kanals vom Fluss Durance bis nach Marseille zu bauen. Die Arbeiten begannen 1839 und neben zahlreichen Tunneln und mit 18 Aquädukten wurden die umfangreichen Arbeiten nach 10 Jahren Bauzeit vollendet. Das Ende des Kanales bildet das Palais Longchamp.

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Nachdem wir wieder zurück in der Stadt waren, haben wir noch etwas den Hafen erkundet, bevor wir wieder zurück auf die Meraviglia gegangen sind. Marseille ist eine traumhafte Küstenstadt – wie man sich eine Metropole am Meer vorstellt. Der Hafen mit seinen unzähligen Restaurants und Cafés, Fischhändlern und die schönen Jachten sind einfach klasse.

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Etwas Wehmut macht sich dann jetzt doch breit. Heute ist unser letzter Abend auf dem wunderschönen Schiff. Wieder einmal geht ein Urlaub viel zu schnell zu Ende. Den Abend verbringen wir bei einem meditarranen Menü und italienischer Musik. Die Koffer sind gepackt und werden vom Transportservice abgeholt. Morgen früh müssen wir zeitig raus, da uns der Anton-Götten Bus um 09:00 am Terminal in Genua abholt.

Den letzten Besuch im Aurea-Spa-Bereich im Whirlpool habe ich nochmal so richtig genossen.

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Das war’s von der Mittelmeerkreuzfahrt 2017.

Nachdem wir gestern  einen wunderschönen Tag auf See zugebracht haben, ging es heute wieder an Land. Pünktlich um 07:00 Uhr ist unser Dampfer im Hafen von Barcelona eingelaufen. Es war noch dunkel. Der Hafen der katalonischen Hauptstadt ist riesig.

Ich war schon mal als Kind mit meinen Eltern in Barcelona. Allerdings sind wir damals mit der Bahn aus Lloret de Mar in die Stadt gefahren. Meine Erinnerung an die Metropole beschränkt sich auf die Unmengen Menschen in dem vollkommen überfüllten Zug. Das ist aber auch schon fast 45 Jahre her.

 

Heute haben wir keine Tour gebucht. Wir machen uns also alleine auf den Weg, die Stadt zu erkunden. 20 Minuten brauchen wir bis ins Zentrum der quirligen Metropole. Da viele Passagiere das gleiche Ziel haben, schließen wir uns dem Menschenstrom an.

Schon der Weg durch den Hafen ist eine Attraktion. Auf der einen Seite befinden sich jede Menge historische Gebäude am Ufer, auf der anderen Seite vermitteln die neuen Stege und Brücken, ein großes Einkaufszentrum und viele weitere Attraktionen einen beinahe futuristischen Eindruck.

Wir schlendern die weltbekannte La Rambla hinunter (oder doch hinauf, wer weiß das schon…) Hier ist ganz schön was los. Man kann noch erkennen, wo im August der Terroranschlag stattgefunden hat. Da bekommt man schon ein leicht ungutes Gefühl, wenn man darüber nachdenkt.

Ramblas – das sind eigentlich die Fluss- oder Bachbette katalanischer Küstenorte, die in mehr als 11 Monaten des Jahres als Straße benutzt werden und nur für etwa 2 Wochen während der Schneeschmelze in den Pyrenäen Wasser führen.

Auf Barcelonas Ramblas gibt es solche Gefahren nicht, dafür lauern jede Menge Langfinger hier und versuchen mit Hilfe einer Fülle unglaublich raffinierter Tricks die Gäste der Stadt um etwas Kleingeld oder Wertsachen zu erleichtern.

Die Ramblas sind Laufstege und Lebensader der pulsierenden Mittelmeermetropole. Hier spielt sich das Leben ab – Blumen- und Gemüsestände, Vogelmärkte, Straßenkünstler, der Mercato de la Boqueria, Lotterieverkäufer, Schuhputzer, Straßentheater, avantgardistische Galerien, schöne Cafés, Musiker, Pantomimen, Opernsänger, Maler, schrille Bars, Designhype-Shops, spleenige Museen, Souvenirs, Kitsch, Taschenspieler und Flamenco-Ensembles – hier kann man einfach alles bestaunen.

Direkt an der Rambla befindet sich der berühmte Markt La Boqueria. Hier bekommt man so ziemlich alles, was man sich Frisches in einer Stadt in Südeuropa vorstellen kann.

La Rambla führt uns im Nordwesten direkt auf den Placa de Catalunya, der ebenfalls einen Besuch wert ist. Weiter geht es zur riesigen, unfertigen Kathedrale.

Die Sagrada Familia ist das wohl bekannteste Bauwerk der Stadt. Die Kirche des berühmten Architekten Antoni Gaudí ist mehr als beeindruckend. Beinahe aus jeder erhöhten Stelle in der Stadt lässt sich ein Blick auf das riesige Bauwerk erhaschen. Bereits von außen ist der Bau mehr als beeindruckend.

Das Zusammenspiel von Formen, Licht und Farben machen das Innere aber zum wahren architektonischen Highlight. Die Atmosphäre und Akustik ist phantastisch. Leider hatten wir keine Karten vorbestellt, um den Innenraum  zu besichtigen – wussten wir aber auch nicht.

Im Südosten führt uns der Weg dann wieder direkt auf den Hafen zu. Dort besichtigen wir noch die Kolumbusstatue, von der man einen netten Blick auf die Rambla und das gotische Viertel hat.

Das Kolumbus-Denkmal, auch Mirador de Colom genannt wurde anlässlich der Weltausstellung am 1. Juni 1888 eröffnet. Die 60 Meter hohe Eisensäule kann man mit einem schmalen Aufzug bis in seine Weltkugel, auf der die Kolumbusstatue steht, befahren.

Das haben wir uns aber nicht mehr angetan, da, wie man hört, der Aufzug auch schon mal stecken bleiben kann.

Nach diesem schönen Tag in Barcelona sind wir gegen 16:00 Uhr wieder auf dem geht angelangt, wo wir uns erst mal einen Kaffee und ein Stück Kuchen genehmigen.


Um 18;00 Uhr ist die Ausfahrt aus dem Hafen. Vorbei an der MSC Magnifica, der AIDA Perla und weiteren Cruise Lines geht es nun Richtung Marseille.


Abends ist dann mal wieder „Elegant“ als Motto angesagt. In unserem Restaurant gibt es heute ein von 2-Sterne Koch Calo Cracco kreiertes Menü.  Danach wandern wir noch durch die Bars, bevor wir wieder müde und geschafft in die Koje fallen.