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Die Tauftorte

Wie schon in meinem letzten Post erwähnt, feiern unsere Zwillinge Lia und Levi am ersten Maiwochenende ihre Taufe. Für dieses Fest backe ich den Beiden und den Taufgästen eine Tauftorte, wieder verziert mit Fondant.

Ich baue eine einstöckige, rechteckige Fondanttorte mit einer Himbeer-Fruchtfüllung und einer Vanille-Buttercreme. Die Böden backe ich nach zwei verschiedenen Rezepten, um auch mit der Torte mal wieder was neues auszutesten. Mal sehen, ob es was wird – ansonsten müssen die Gäste halt essen was auf den Tisch kommt 🙂

Bei dem untersten Boden und dem Deckel handelt es sich um das „Wunderkuchenrezept“. Für die Mittelteil verwende ich einen Biskuitboden. Dieser besteht aber nur aus einem ausgeschnittenen Kranz, der den Rahmen bildet für die Himbeer-Fruchtfüllung.

Für die Verzierung der Torte habe ich ein paar Tage zuvor diverse Dekoartikel aus Fondant, vermischt mit Blütenpaste hergestellt. Die Blütenpaste ist dafür verantwortlich, dass der Fondant schön fest wird und die Schuhe stabil auf der Torte platziert werden können.


Rezept Wunderkuchen

Für den Wunderkuchen, den ich zwei mal gebacken habe, werden folgende Zutaten (pro Boden) benötigt:

  • 5 Eier
  • 375 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 250 ml Öl
  • 125 ml Milch
  • 125 ml Himbeersaft
  • 175 g Zucker
  • 1 Prise Salz

Die Eier werden mit dem Zucker und der Prise Salz in der Küchenmaschine weißschaumig aufgeschlagen. Ich habe festgestellt, dass man die Masse mindestens 15 bis 20 min. auf höchster Stufe aufschlagen sollte, damit der Teig im Ofen nachher schön aufgeht. Die Masse muss sich verdreifacht haben. Anschließend wird die Flüssigkeit untergerührt.

Dann das Backpulver mit dem Mehl vermischen und unter die Eiermasse sieben. Die ganze Masse bearbeiten, bis sich keine Mehlnester mehr zeigen. Dann wird der Teig in die Kastenform eingefüllt.

Die Form sollte mit Backpapier ausgekleidet sein. Die Böden backe ich mit der sogenannten Isoliermethode, damit die Oberfläche gerade aufgeht und keine Wölbungen entstehen.

Isoliermethode bedeutet: Eine Lage Alufolie ausbreiten ( die Länge entspricht dem Umfang der Kastenform). Die Alufolie dann mit Küchenpapier bedecken, mit Wasser befeuchten und die Folie dann um das Küchenpapier einschlagen. Anschließend die Folie außen um die Form herum schlagen.

Anschließend habe ich den Boden dann im Backofen gebacken. Unser Ofen arbeitet mit Backsensoren. Das hat den Vorteil, dass der Ofen nicht vorgeheizt werden muss und ich mich darauf verlassen kann, dass der Ofen sich selbstständig meldet, sobald der Boden fertig gebacken ist. Man braucht also keine Temperatur und keine Zeit einzustellen. Geht alles automatisch. Funktioniert super.

Falls man einen normalen Backofen hat, diesen vorheizen und bei 165 Grad ca. 45 bis 50 Minuten backen.

Rezept Biskuitboden

Für den Biskuitboden verwende ich folgende Zutaten:

  • 6 Eier
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 220g Zucker
  • 280 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver

Die Eier, der Vanillezucker und der Zucker werden in der Küchenmaschine wie zuvor auch auf der höchsten Stufe gerührt. Das Geheimnis dieses Rezeptes liegt aber in der langen Rührzeit von 30 Minuten. Danach wird das Mehl, gemischt mit dem Backpulver unter die Masse gehoben. Der Teig wird dann wie bei dem Wunderkuchen zuvor mit der Isoliermethode gebacken.

Rezept Buttercreme:

  • 250 g weiche Butter
  • 1 Päckchen Vanillepudding
  • 1 TL Vanillearoma
  • 70 g Zucker

Die Butter wird mit dem Zucker und dem Vanillemark in der Küchenmaschine weißschaumig aufgeschlagen. Anschließend wird der kalte Pudding nach und nach hinzugefügt und nochmals gründlich durchschlagen. Damit die Creme gut gelingt, sollten die Butter und der Pudding die gleiche Temperatur haben.

Die Fruchtcreme, die aus den nachfolgenden Zutaten hergestellt wird, sollte vor der Verarbeitung auch etwas abkühlen, damit die Buttercreme nicht wieder aufgeweicht wird. Die abgekühlte Fruchtfüllung wird in den Hohlraum der 2. Etage der Torte eingefüllt und glatt gestrichen. Dann kann auch schon die 3. Etage, der „Wunderkuchendeckel“ aufgelegt werden. Danach geht das Ganze für ein paar Stunden in die Kühlung.

Rezept Fruchtfüllung:

  • 350 g Beeren
  • 250 g Mascarpone
  • 100 g Magerquark
  • 150 ml Sahne
  • 40 g Vanillezucker
  • 4 EL Saft
  • 10 Blatt Gelatine

Die Gelatine wird ca. 10 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht. Währenddessen werden die Früchte püriert und durch ein Sieb gestrichen, damit die Kerne nicht in der Füllung landen. Die Gelatine wird zusammen mit dem Püree erhitzt, damit sie sich unter Rühren auflöst. Danach wird die Fruchtmasse vom Herd genommen, damit sie sich auf Zimmertemperatur abkühlt.

Die Sahne wird steif geschlagen. Die Mascarpone wird mit dem Quark, dem Zucker und dem Saft glatt verrührt. Dann wird 1 EL von der Mascarponemasse in die abgekühlte Fruchtmasse gegeben und gründlich verrührt. Anschließend wird die Früchtemasse zur Mascarponecreme gegeben und wieder gründlich verrührt, damit keine Klumpen entstehen. Zum Schluss wird dann noch die Sahne untergehoben. Danach etwas abkühlen lassen, bis die Gelatine langsam angezogen ist.

Der Zusammenbau

Jetzt beginnt der Zusammenbau der Torte. Der unterste Boden ist wie schon erwähnt ein Wunderkuchen – schon luftig und saftig. Darauf wird ein ca. 4 cm breiter Kranz aus Biskuit gestapelt und mit Buttercreme innen verspachtelt. In den Innenraum wird die Fruchtfüllung eingebaut. Leider hatte ich etwas zu wenig, daher habe ich noch mit der restlichen Buttercreme aufgefüllt. Als Deckel kommt wieder ein Wunderkuchenboden.

Das wars für den Tag. Jetzt kann die Torte über nacht abkühlen. Morgen früh gehts dann weiter mit dem Verputzen 🙂

Die Torte ist über Nacht schön kühl geworden. Jetzt wird alles noch mit einem Glattstrich versehen. Erst wird der Grundputz mit der Buttercreme aufgetragen, danach erfolgt der Glattstrich mit der Garnache in zwei Schichten.

Und dann wird verziert. Die gesamte Dekoration wird mit CNC-Zuckerkleber an die Torte dran geklebt. Und nach geschätzten 8 Stunden Arbeit ist die Torte fertig. Hier Bilder des Endergebnisses:

Fazit:

Bei der nächsten Torte kann man die Haupt-Dekoartikel (Hier die Sneakers) noch exakter herausarbeiten. Jetzt bin ich mal gespannt, ob die Torte auch heile die 450 km Autofahrt nach Bayern übersteht….

In letzter Zeit habe ich den Spaß am Backen für mich entdeckt. Im Januar habe ich überlegt, was ich mit dem im letzten Jahr angesetzten Rumtopf machen kann. Aus der Weihnachtszeit waren noch ca. 3 Liter über. Also habe ich im Netz nachgelesen und bin auf ein Rezept für eine Rumtopftorte gestoßen. Da ich Carmen, die ja eine meisterliche Kuchenbäckerin ist, nicht fragen wollte, ob sie die Torte backt, ging ich das Experiment ein und backte den ersten Kuchen in meinem Leben.

Und was soll ich sagen – es hat funktioniert. Die Torte schmeckte köstlich und wurde bis auf das letzte Stück gefuttert. Leider habe ich kein Bild von meinem ersten Kuchen gemacht.

Von dem verblüffenden Ergebnis angesteckt, dachte ich mir, was einmal funktioniert, geht bestimmt öfters gut. Als nächstes backte ich Teilchen aus selbst gemachtem Plunderteig – klasse !

Dann wagte ich mich an meine erste Torte mit Fondantdecke. Die „König der Löwen“-Torte habe ich zum Geburtstag für meinen kleinen Mika gebacken. Es handelte sich um eine zweistöckige Torte mit Fruchtfüllung unten und Vanillebuttercreme in der oberen Torte. Bemalt wurde die Torte mit Speisefarbe, die Figur war allerdings gekauft.

Als nächstes stand das Osterfest an. Auch hier wollte ich für die Familie wieder was Neues testen und habe eine zweistöckige Torte gebastelt – nun aber mit einer selbst gebauten Figur aus Fondant. Gefüllt war die Torte unten mit einer Himbeerbuttercreme, die obere Torte war mit Tonkabohnencreme gefüllt. Das Highlight bei dieser Torte war der kleine Hase, der oben rausschaute.

Am ersten Maiwochenende werden unsere kleinen Zwillinge Lia und Levi getauft. Natürlich möchte ich auch für die beiden kleinen Racker eine Torte backen. Da ich auch hier wieder was neues austesten möchte, werde ich eine eckige, einstöckige Torte mit Fruchtfüllung und einem speziellen Rezept für den Teig backen. Die Tauftorte werde ich dann auch mit Rezept in einem weiteren Bericht vorstellen.

Seit ein paar Wochen haben wir in unserer Gemeinde einen Premiumwanderweg – den Itzenplitzer Pingenpfad. Die Tourismus- und Kulturzentrale hat mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern jede Menge Arbeit in die Vorbereitung und Umsetzung dieses wunderschönen Wanderweges gesetzt. Der Pingenpfad ist ein ca. 8km langer Rundweg mit vielen interessanten Stationen, an denen die Geschichte der Gemeinde und des Bergbaus in saarländisch und hochdeutsch den Wanderern nahe gebracht wird.

Die Landschaft zwischen den ehemaligen Bergwerken Reden und Itzenplitz weckte bereits vor mehr als 300 Jahren die Neugier der Menschen auf die Herkunft der hier entdeckten schwarzen „brennenden Steine“, die sie auf verschiedene Art zu nutzen wussten. Mit dem Brennen des Kalkes zum Düngen der Felder, mit der „Verkokung“ zum Schmelzen des Erzes, mit der Verrußung und Verflüssigung zur Teerproduktion und zur Farbherstellung wurde damals mit einfachen Techniken die spätere komplexe Kohlechemie vorweggenommen. Zahlreiche Spuren dieser unterschiedlichen Tätigkeiten sind noch bis heute in der Landschaft zwischen den beiden ehemaligen Bergwerken Reden und Itzenplitz sichtbar.

Die Tour startet am Ende des Wanderparkplatzes am Itzenplitzer Weiher im Naherholungsgebiet Itzenplitz in Heiligenwald. Den Eingang bildet ein Tor aus alten Bergbauprofilen, die untertage für den Steckenausbau genutzt wurden. Das erste Stück des Weges geht es über einen Pfad bergauf. Wir erreichen einen breiten Wanderweg, auf dem man auch direkt schon an der Station die ersten Informationen erhält.

Station 1: Die Schlafhäuser

Um den aus weiter entfernten Gebieten angeworbenen Arbeitskräften während der Arbeitswoche eine angemessene Unterkunft zu gewährleisten, erbaute die Grubenverwaltung zwischen 1857 und 1871 an den Grubenstandorten Reden und Itzenplitz drei „bergfiskalische“ Logierhäuser, Schlafhäuser genannt. In den in Itzenplitz errichteten beiden Häusern konnten 440 Bewohner gegen Zahlung des üblichen Satzes von zwei Mark pro Woche – Miete und Kosten für Bettzeug, Handtuch, Licht, Heizung, Reinigung, Wasser, Feuer und Kochen auf Gemeinschaftsherd inbegriffen – untergebracht werden. Die beiden längst abgerissenen Schlafhäuser standen am südwestlichen Rande des heutigen Gewerbegebietes in Heiligenwald.

An der Einmündung der Weiherstraße zur Itzenplitzstraße errichtete um die Jahrhundertwende der Unternehmer Lorenz Riehm ein weiteres privates Schlafhaus für 70 Mieter. Dank der heutigen Eigentümerfamilie Architekt Rudolf Kirsch konnte das Haus mit der restaurierten Original-Fassade erhalten werden.

Nach diesen ersten Informationen geht es weiter bergauf. Der zweite Infopunkt berichtet über die ersten Ansiedlungen in Heiligenwald.

Station 2: Die Kolonie

Erste Ansiedlungen auf den Fluren „Kleinheiligenwald“ und „Maibrunner Feld“

Die Absicht, auf der Flur „Kleinheiligenwald“, nördlich der neu gegründeten Grube Reden, Bergarbeiter anzusiedeln, stieß zunächst auf große Schwierigkeiten. Die Regierung zu Trier gab keine Genehmigung zur Abholzung des Waldes auf dem Südhang, auf dem die Siedlung errichtet werden sollte.

Erst nach langwierigen Verhandlungen konnte die Bergbehörde gegen Tausch des Hofgutes Neuhaus bei Fischbach und des Warnetshofes bei Karlsbrunn mit dem Kleinheiligenwald-Distrikt ihre Absicht verwirklichen. So entstand von 1856 bis 1866 zwischen den beiden neu angelegten Straßen Karlstraße im Norden und Kaiserstraße im Süden die erste Bergmannssiedlung. Mehr als 1.300 Bergleute fanden dort mit ihren Familien ihre neue Heimat in einem der 110 in Eigenleistung errichteten Wohnhäuser.

1902 errichtete das Bergwerk Reden am Nordhang des Hüngersberges eine Straßensiedlung aus 32 Doppelhäusern. Sie wurde nach der Frau des damaligen Grubendirektors Liesenhoff Margaretenstraße genannt. „Am Sonnenberg“ entstand 1912 eine aus 20 Doppelhäusern bestehende Villenkolonie. Die Wohnungen waren wie die der Siedlung Schachtstraße im „Grubenwald“ am Eingang zum Höfertal für Grubenbeamte vorgesehen. Im Grubengelände Itzenplitz errichtete die Bergwerksleitung eine Kleinsiedlung an der Itzenplitzstraße für Grubenbeamte.

Wir kommen nach ein paar Metern an einen wunderschönen Aussichtspunkt mit Sinnesbank und einer Tischgruppe zum verweilen. Vob hier aus bietet sich dem Wanderer ein Ausblick über den Iltzenplitzer Weiher mit seinem einzigartigen Pumpenhäuschen.

Station 3: Halde mit Aussichtspunkt / Sinnesbank

Die Grube Itzenplitz bringt Schiffweiler in eine Notlage

Im Jahre 1868 sah sich die Gemeinde Schiffweiler nicht mehr in der Lage, den ständig steigenden Kommunalbedürfnissen Rechnung zu tragen, und wandte sich an den zuständigen Bürgermeister von Ottweiler mit der Bitte um Abhilfe. Verantwortlich für diese Notlage war vor allem die Grube Itzenplitz.

Nach der Inbetriebnahme der Grube Reden und Itzenplitz hatte sich die Bevölkerungszahl in Schiffweiler in wenigen Jahren bis 1868 weit mehr als verdoppelt. „Unständig Bergleute“ und ihre Familien waren auf Sozialhilfe angewiesen. Aber es war nicht nur die „Armenpflege“, die die Gemeindekasse belastete. Ständig musste neuer Schulraum geschaffen, die Wege zur Grube, durch Kohlentransporte stark belastet, mussten ausgebessert, Spanndienste geleistet und Abgaben erbracht werden – von den Bauern und nicht von den mittellosen Bergleuten. Soziale Spannungen waren vorprogrammiert.

Das Dilemma, in dem sich Schiffweiler befand: Die Grube Reden lag auf Landsweiler Bann und Itzenplitz nur wenige Meter hinter der Banngrenze entfernt auf Wemmetsweiler Bann. Dorthin flossen die Steuern und Abgaben der Grube Itzenplitz. Das kühne Ansinnen des Schiffweiler Gemeinderates, die „gedachte Zeche Itzenplitz von der Gemeinde Wemmetsweiler abzutrennen“ und Schiffweiler zuzuteilen, fand kein Gehör.

Weiter geht es auf einem längeren Teilstück über Pfade und breitere Wegstecken hinunter zum Itzenplitzer Weiher. Wir erreichen über einen Damm, der den großen Teil des Weihers von einem kleineren Fischweiher teilt die Seerosenbank. Hier kann man im Sommer viele Seerosen betrachten, die irgendwann mal von einem Gartenteichbesitzer eingesetzt wurden und sich seither starkt vermehren.

Wir überqueren einen weiteren Damm, bevor es dann in den Wald geht. Es folgt eine Abzweigung vom breiten Weg nach rechts und der Weg führt leicht abschüssig auf einem schmalen Pfad über einen Bachlauf. Nach einem leichten Anstieg biegt der Pfad nach links und danach erneut leicht nach links ab mit leichtem Gefälle. Nach erneuter Überquerung des Bachlaufs geht es bergauf nach rechts auf einen breiteren Wegeabschnitt. Der Weg führt nun auf weichem Waldboden durch dichtes Gehölz am Wegrand und steigt langsam auf. Wir erreichen die Station 4.

Station 4: Holzer Konglomerat

Die hier vorkommende betonartige Gesteinsschicht ist das Holzer Konglomerat. Sie ist jedem Bergmann bekannt. Die Bildung der Steinkohle geschah im Erdzeitalter des Karbons vor etwa 250 bis 310 Millionen Jahren. Die saarländisch-lothringische Karbonschicht weist eine Mächtigkeit von 4.500 m auf. Innerhalb dieser Schicht liegen 560 Kohleflöze mit insgesamt etwa 120 m Steinkohle.

Die Geologen haben die Lagerstätte in die unteren Saarbrücker Schichten und die darüber liegenden Ottweiler Schichten aufgeteilt. Zwischen beiden Schichten liegt als besondere geologische Schicht das Holzer Konglomerat. Es bildet eine Trenn- und wichtige Leitschicht für Geologen und Bergleute.

Seine Entstehung ist zurückzuführen auf die Abtragung von Geröllmassen vor Jahrmillionen aus den Gebirgsrändern des Hunsrücks und der Vogesen. Die durch Erosion gelösten harten Gesteinsmassen gelangten in der Zeit des Karbons in die dazwischen liegende Senkungsmulde von etwa 50 km Breite und 175 km Länge, welche durch Erdbewegungen entstanden war. In dieser Mulde bildeten sich im Karbon auch die großen Sumpfwälder, die später durch den Druck überlagerter Erdschichten zu Steinkohle wurden.

Am höchsten Punkt des Premiumweges erreichen wir Station 5.

Station 5: Eisenausfällungen an Wasserquellen im Wald

Die auffällig rotbraun leuchtenden Färbungen der Bachläufe in diesem Gebiet gehen auf die Wechsellagerung von tonigen Sandsteinen und Tonsteinen mit Anteilen von kohlenstoffhaltigem Material (nur wenige Prozent) zurück.

Gelöste Eisen Ionen liegen 2-wertig vor und bewirken keine Wasserfärbung. Beim Kontakt mit Luftsauerstoff wird das Eisen weiter oxidiert und wird 3-wertig. Dabei flocken diverse Eisenoxide, die wasserunlöslich sind, aus und bilden einen gelb-orange-roten Niederschlag, der sich im Laufe der Zeit etwas verfestigen kann und eine Anzahl unterschiedlicher Eisenoxide und Hydroxide bildet (sogenannte Raseneisenerze, die sehr rein sind, aber nicht in verwertbaren Mengen in der Natur vorkommen).

Die komplexe Zusammensetzung der Erze, die in seltenen Fällen ein wenig Mangan (schwarze Farbe oder dunklere Rottöne) enthalten, werden in der Geologie auch Sesquioxide genannt. Diese Erze wurden von unseren Vorfahren zur Eisenzeit gesammelt und zur Eisenverhüttung in Brennöfen verwendet.

Auf einem breiten Forstweg befindet sich dann die nächste Information zum ehemaligen Bergbau.

Station 6: Kallenbrunner Schacht

Angeschlagen im Jahre 1900 und aufgefüllt 1938. Der Schacht führte zur 3. Tiefbausohle hatte eine Tiefe von 337 m und einen Durchmesser von 6 Metern. Er diente als „Wetterschacht“. Der Begriff „Wetter“ bezeichnet im Bergbau die Gesamtheit der in einem Bergwerk befindlichen Luft. Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit als man glaubte, dass die durch ein Bergwerk strömende Luft tatsächlich noch von der meteorologischen Wetterlage abhing. Diese Form der Wetterführung nannte man eine „wilde Wetterführung“.

Es haben sich in der Bergmannssprache weitere Bezeichnung für die Wetter eingebürgert:

  • Frische Wetter für die unverbrauchte frische Luft
  • Matte Wetter für verbrauchte und erstickend wirkende Luft mit einem geringen Anteil an Sauerstoff
  • Schlagende Wetter mit einem Anteil an explosiven Gasen in der Luft meistens Methan
  • ein- bzw. ausziehende Wetter für die in den Grubenbau ein- bzw. ausströmende Luft.

Zur Regulierung der Wetter werden jeweils von zwei Schächten einer als anziehend und der zweite als ausziehend angelegt.

Vor allem die schlagenden Wetter sind wegen der großen Explosionsgefahren im Bergbau gefürchtet. Zu den zerstörenden Wirkungen einer Schlagwetterexplosion tritt noch die Erstickungsgefahr der vor Ort arbeitenden Bergleute durch die matten Wetter. Die Explosionen verbraucht auf einen Schlag sämtlichen Sauerstoff der Luft Untertage und reichert sie mit giftigem Kohlenmonoxid an.

In den Bergwerken wird die Wetterführung mit Hilfe großer Ventilatoren durchgeführt die unabhängig von der herrschenden Witterung die Grube über den sogenannten „Wetterschacht“ mit frischer Luft versorgen.

Nach diesen Informationen wandern wir über einen schönen Pfad, vorbei an einem neu errichteten Windrad durch den Kerpenwald.

Station 7: Der Kerpenwald

Im Kerpenwald, wie sich das Waldstück In diesem Gebiet nennt, treten die Kohlenflöze Übertage aus. Der dortige Kohlenreichtum war bereits seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts bekannt.

An der nächsten Kreuzung geht es nach rechts und dann geradeaus über eine Anhöhe zur Gaststätte Altsteigershaus, deren Biergarten zu einer Erfrischung einlädt. Dieses Gasthaus gibt es seit rund 230 Jahren. Grubensteiger Franz Zentz hat anno 1784 von Lothar Franz von Kerpen die Erlaubnis erhalten, Bier, Branntwein und Tabak zu verkaufen. Das  „Alt Steigerheisje“, wie es von den Gästen liebevoll genannt wird, ist heute noch im Familienbesitz. Unmittelbar vor der Gaststätte führt der Weg vorbei an einer Informationstafel nach rechts auf einen Fahrweg.

Weiter durch den Wald, erreichen wir nach einiger Zeit die alten Pingenfelder.

Station 8: Die Pingenfelder

Die ersten Kohlen-„Gruben“

Hier ließ 1754 die Kerpensche Herrschaft die ersten Kohlegruben auf der Flur „Rotstall“ und „Auf Steinseiters“ anlegen, nachdem sie die wilde Kohlengräberei verboten hatte. Der Abbau erfolgte dort wo die Flöze über Tage anstehen, in runden oder ovalen Löchern. Hier befindet man sich im größten Pingenfeld des Saarbergbaus. Es erstreckt sich vom Altsteigershaus bis zum Ende der Rußhütterstraße.

Bei einer Kartierungsaktion konnten über 300 Grab-Pingen aufgenommen werden. Sie sind einmalig im gesamten Saarbergbau-Bereich. Am östlichen Ende des Waldstücks wurde 1898 eine Gedenk-Eiche gepflanzt, die bis heute als Naturdenkmal erhalten ist. Höhe ca. 18 m, Umfang ca. 2,80 m.

Hier kann man es sich auf einer Ruhebank neben einem alten, aus Holz gearbeiteten Hauer (so nannte man die Bergleute) gemütlich machen und sich für die restlichen Kilometer der Tour ausruhen. Jetzt geht es wieder über schmale Waldwee bergab. Im Tal erreicht man dann die Siedlung „Rußhütte“.

Station 9: Die Rußhütte

Im südlichen Abschnitt des erwähnten Pingenbereichs wurden um 1750 eine „Ruß-Hütte“ mit fünf Ruß-Öfen errichtet, die monatlich 50 Fuder (Wagenladungen) Kohlen gebrauchten. Pro Fuder wurden 55 Pfund Ruß und 8 Zentner Praschen (Koks) produziert. Der durch Verkokung von Steinkohle erzeugte Ruß diente zur Herstellung von Teer und Pech als Färb- und Abdichtmittel das zum Beispiel im Schiffsbau verwendet wurde. Die übrig gebliebenen Praschen (Koks) nutzte man zur Verhüttung von Eisenerz und zur Herstellung von Glas in den nahen Glashütten.

Die Rußhütte hatte bei der Auflösung im Jahr 1871 86 Bewohner, die in sieben einfachen Lehmhütten wohnten. Sie gilt als „Keimzelle“ des Ortes Heiligenwald. Noch heute erinnern der Name sowie zahlreiche Geburtseintragungen von Heiligenwalder Bürgerinnen und Bürgern im damals zuständigen Illinger bzw. Uchtelfanger Standesamtsregister an die Rußhütte. An bestimmten Stellen des Standortes der Rußhütte sind bis heute beim Graben noch Aschereste auffindbar.

Station 10: Hartfießler und Ranzenmänner

Der Bergmannspfad

In einer Zeit, wo „Nahverkehrsmittel“ noch unbekannt waren, ergab sich für die Grubenverwaltung schon bald die Notwendigkeit der Anlegung von Straßenverbindungen zwischen Reden und den Itzenplitz-Schächten. 1871 wurde der noch heute bestehende „Bergmannspfad“ für die Bergleute der beiden Gruben Itzenplitz und Reden aus den Dörfern Raßweiler, Hüttigweiler, Urexweiler und Marpingen, Alsweiler, Tholey, Theley bis hinauf nach Selbach angelegt.

Es war einst der berühmte „Hartfießer“- oder „Ranzenmann-Weg“, der entlang dem Grubengelände, an der Steinseitersiedlung, dem „Hamrich“ und am Tafelbrunnen vorbei über den Michelsberg in Wemmetsweiler und von dort über Wiesen und Felder in die genannten Dörfer führte. Der durchweg drei Meter breite Weg war Fußgängern vorbehalten, Schilder wiesen darauf hin, dass Reiten und Viehtreiben verboten ist. Bis heute ist er ein beliebter Wanderweg geblieben.

Station 11: Die Grube Itzenplitz

Auf dem schmalen Fußweg in Richtung Itzenplitz, ein Teilstück des Bergmannspfades, kommen die noch im Originalzustand befindlichen Bauwerke der ehemaligen Grube ins Blickfeld: Über der Rückseite der Schachthalle das auffällige Gerüst von Schacht 3, dem zweitältesten in Deutschland noch existierenden Grubenschacht.

Im Zuge der Erweiterungen der Grube Reden wurde zur Verkürzung der Transportwege im Rußhütter Tal bei Heiligenwald 1856 mit dem Rußhütterstollen ein neuer Grubenstollen angeschlagen. 1860 wurde mit dem Abteufen des ersten Tiefbauschachtes Itzenplitz I begonnen. Im gleichen Jahr wurde die knapp 1,9 km lange Bahnstrecke von Reden zur Grube Itzenplitz erbaut.

1872 wurde der Itzenplitzschacht II bis zur Redensohle abgeteuft. In den folgenden Jahren wurde ein Zechenhaus, eine Schreinerei und eine Schmiedewerkstatt erbaut. 1864 erhielt die Grube den Namen des preußischen Handelsminister Graf Heinrich Friedrich von Itzenplitz. 1878/ 79 wurde ein Weiher mit einem Pumpenhaus errichtet, der heute den Kern des Naherholungsgebiets Itzenplitz bildet. Das Wasser wurde zum Betrieb der Dampfmaschinen zur Förderung gebraucht.

1886 wurde Schacht III abgeteuft, dessen Fördergerüst heute das älteste noch erhaltene an der Saar ist. 1894/ 95 wird eine Kohlenwäsche errichtet. 1910 erhielt die Grube eine eigene Waschkaue. 1920 gingen alle Liegenschaften des Preußischen Bergfiskus an Frankreich über. 1935 kehren diese in den Besitz des Deutschen Reiches über. 1942/43 wurden die Rätterhalle und die Kohlenwäsche abgerissen. 1950 erhielt Schacht II ein neues Fördergerüst. Täglich fuhren mehr als 1200 Bergleute in Itzenplitz an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte aber auch der Niedergang der Anlage ein. 1958 wurde die Grube Nebenanlage der Grube Reden. 1960 wurde Itzenplitz dann als Förderstandort stillgelegt, Seilfahrt und Materialtransport wurden noch bis in die 1990er Jahre weiter betrieben.

Auch ich bin in den 80ern und 90er Jahren oft in Itzenplitz eingefahren. Dort hatte ich Übertage eine Pumpenanlage für die hydropneumatische Baustoffförderung eingebaut, mit der Beton nach unter Tage befördert wurde.

 

Station 12: Die Kirchen im Bergmannsdorf

Bergbau und Glaube

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten zahlreiche katholische und evangelische Familien in die bergwerksnahen Dörfer Schiffweiler und Landsweiler ein. Um den neuen Wohnbezirk Kleinheiligenwald entstand das Bergmannsdorf Heiligenwald. Für das Seelenheil sorgten zunächst Pfarrer aus den umliegenden Ortschaften.

Auch in Heiligenwald wurde in den 1860er Jahren der Ruf laut, dass eine eigene Kirche für die Bergleute geschaffen werden müsse. Von 1866 bis 1868 ließ die Preußische Bergbaubehörde daher für die evangelische Vikarie einen einfachen Betsaal erbauen, den evangelische und römisch-katholische Christen gemeinsam nutzten bis die Katholiken 1887 eine eigene Kirche erhielten.

1906 wurde die Kirche der evangelischen Pfarrei übereignet. Noch im gleichen Jahr erhielt das Gebäude an der westlichen Schmalseite einen Turm. 1958/59 wurde der Innenraum modernisiert, eine Empore eingebaut und ein Glasfenster an der Chorrückwand installiert. Die Leitung übernahm der Neunkircher Architekt Rupprecht C. Walz. Um 1980 wurde der äußere Verputz entfernt und der alte Zustand wiederhergestellt. 1992 erhielt die Kirche eine Warmluftheizung, 2013 wurden Dachstuhl und Dach erneuert.

Station 13: Die ehemalige Badenanstalt am Weiher

Die Badeanstalt im Hintergrund auf dem westlichen Uferbereich war auf Initiative eines Schwimmvereins mit Unterstützung der Gemeinde Heiligenwald Mitte der 1930er Jahre errichtet worden. Sie wurde bald zum Mittelpunkt des Freizeitlebens vieler Heiligenwalder Familien.

An Sonn- und Feiertagen traf man sich auf der Liegewiese. Dort hatte der Verein zwei massive Holzgebäude in rustikalem Stil mit Umkleidekabinen, einem Aufenthaltsraum für die Bademeister und einem Kassenraum errichtet.

Am Badestrand lud ein etwa 3 m hohes Sprungbrett zu gewagten Sprüngen ins dort tiefere Wasser ein. Für Nichtschwimmer konnte eine mit Latten eingezäunte Pritsche an Stahltrossen je nach Wasserstand rauf und runter bewegt werden. In der Mitte des Weihers war eine aus Holzstämmen gezimmerte Insel für Schwimmer verankert.

Der Schwimmverein hatte mehrere Metallkähne angeschafft, die zu Ruderpartien einluden. An heißen Sommertagen, vor allem an Sonntagen, glich der Badebetrieb wahren Volksfesten. Unter den Klängen flotter Musik, die von einem Grammophon durch Lautsprecher ins Freie übertragen wurde, fand ein reges Freizeitleben statt: Sonnenbaden, Schwimmen, Picknick mit Limo und zwischendurch eine kleine Kahnpartie waren herrliche Vergnügen für Jung und Alt in der damaligen Zeit.

Übrigens hatte die Reichsknappschaft „im Interesse einer verstärkten Gesundheits-Fürsorge im Bergbau“ für alle Bergleute und deren Familienangehörigen die Gebühr für die Benutzung der Badeanstalt pauschal übernommen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war auch das Ende der Badeanstalt gekommen. Die Gebäude wurden samt Bretterzaun, Nichtschwimmer-Pritsche und Sprunganlage mutwillig zerstört. Das Holz verschwand restlos und wurde wahrscheinlich als Brennholz oder Bauholz verwendet. Der Schwimmverein Heiligenwald hatte im Jahr 1951 den Versuch unternommen, die Badeanstalt wiederaufzubauen. Der entsprechende Antrag war am 20.08.1951 genehmigt worden. Seine Verwirklichung scheiterte aber an den nötigen Finanzen. Ein wiederholter Versuch scheiterte 1957/58 an der fehlenden Zustimmung der Saarbergwerke AG.

Station 14: Das Pumpenhaus

Im Jahr 1877 war durch fortschreitende technische Ausweitung ein Mangel an Speisewasser für die auf beiden Gruben unterhaltenen Dampfkesselanlagen entstanden. Das hierfür bisher genutzte Wasser der Maibrunner Quellen konnten den Bedarf nicht mehr decken. Am Ostufer des Weihers errichtete daher die Grubenverwaltung 1878/79 ein Pumpwerk am nordöstlichen Weiherrand, dass die Dampfmaschinen an den verschiedenen Betriebspunkten der Gruben Itzenplitz und Reden speiste.

Im Jahr 1908 wird das mit starken elektrischen Pumpen arbeitende jetzige Pumpen-Maschinen-Haus über kreisrundem Sockel errichtet. Ein Steg führt zum Weiherufer. Das Bauwerk gilt wegen seiner Einmaligkeit als ein erhaltenswertes Unikat im deutschen Bergbau.

Mit der Station 14 geht die Wanderung über den Prmiumwanderweg „Der Pingenpfad“ zuende. Ein wirklich sehr gelungener, abwechslungreicher Rundweg, der sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten viele begeisterte Wanderer anziehen wird. Eine gelungene touristische Bereicherung für den Ort, den Landkreis und unser schönes Saarland!

Übrigens: Nach dem Pingenpfad kann man noch einen Abstecher auf die nahe gelegene Bergmannsalm machen. Von dort hat man einen herrlichen Blick über das ganze Saarland, sogar bei Nacht eine einzigartige Location:

Seit 25. Mai 2018 gilt in der gesamten Europäischen Union die neue EU-Datenschutzgrundverordnung und das neue Bundesdatenschutzgesetz. Unternehmen, Vereine, aber auch kleine Arztpraxen, Handwerksbetriebe und sonstige nichtöffentliche Stellen, die personenbezogene Daten verarbeiten, mussten sich die letzten zwei Jahre mit der neuen Verordnung befassen. Viele haben sich allerdings noch nicht richtig damit befasst. Allerdings drohen, wenn man den Datenschutz nicht auf diese neuen Verordnungen umstellt, empfindliche Stafen.

Ich habe speziell für den Verein für Deutsche Schäferhunde ein paar Tipps aufgeschrieben, mit denen die Datenschutzgrundverordnung leichter zu verstehen ist. Die Tipps sind aber auch für andere Vereine und Unternehmen anwendbar:

1.   Die EU-Datenschutzgrundverordnung im Verein

Nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Vereinen werden unterschiedlichste persönliche Daten auf vielfältige Weise erhoben, genutzt und eventuell auch weitergegeben. Diese Datenerhebung erfolgt teilweise aufgrund der satzungsgemäßen Verpflichtungen eines Vereins wie zum Beispiel die Datenerfassung bei einem neuen Vereinsmitglied aber auch vielleicht zur Erleichterung der Vereinsarbeit. Heutzutage werden diese Daten meist in elektronischer Form gespeichert und bearbeitet.

Seit vielen Jahren bestehen hierzu entsprechende Datenschutzregeln. Am 25. Mai 2018 tritt nun eine europaweite Neuregelung, die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft, die eine weitgehende Vereinheitlichung der zurzeit noch national unterschiedlichen Gesetzgebungen zum Datenschutzrecht zum Ziel hat. Die neue EU-DSGVO gilt schon seit 25. Mai 2016. Es wurde aber eine Übergangsfrist bis zum 25. Mai dieses Jahres gewährt. Für die Vereine gelten daher ab dem 25.5.2018 sowohl die Regularien der EU-DSGVO sowie des neuen Bundesdatenschutzgesetzes. Einhergehend mit dem Wirksamwerden werden auch die möglichen Bußgelder deutlich erhöht, weshalb Vereinen dringend anzuraten ist, das Thema Datenschutz genauer zu betrachten und die Regeln zu befolgen.

2.   Was sind personengebundene Daten

Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person. Damit sind nicht nur die zur Identifizierung einer Person erforderlichen Daten wie z.B. der Name und das Geburtsdatum gemeint, sondern auch Angaben wie Familienstand, Anschrift, Beruf, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Aber auch Prüfungsergebnisse, Daten im Schaukatalog einer Zuchtschau und Turnierdaten eines Agilitytunieres sind personenbezogene Daten, die schützenswert sind. Sogar die Tätowiernummer oder die Chipnummer ihres Hundes sind ein personenbezogenes Datum, da über diese Nummer Rückschlüsse auf den Züchter oder Eigentümer des Hundes gezogen werden können.

3.   Welche daten dürfen erhoben werden

Grundsätzlich dürfen nur die Daten einer Person erhoben werden, die für die satzungsgemäße Verwaltung der Daten erforderlich sind. Eine Verwendung dieser Daten ist nur dann zulässig, wenn die EU-DSGVO, das neue BDSG, eine andere Rechtsvorschrift oder die persönliche Einwilligung der betroffenen Person dies erlauben.

Innerhalb einer Ortsgruppe sind die Aufgaben in der Regel abgegrenzt und bestimmten Funktionsträgern zugewiesen. Wer für was zuständig ist, wird durch die Satzung oder die Geschäftsordnung des Vereins bestimmt. Für den Umgang mit den Mitgliederdaten gilt, dass jeder Funktionsträger nur die für die Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen Mitgliederdaten kennen, verarbeiten und nutzen darf. Diese dürfen grundsätzlich nur zu dem Zweck verwendet werden, zu dem sie der Verein erhoben hat und den er entsprechend seiner Satzung verfolgt.

In vielen Vereinen ist es üblich, Informationen über ihre Mitglieder an einem „Schwarzen Brett“ oder in Vereinsblättern bekannt zu machen. Das führt dazu, dass auch vereinsfremde Personen von persönlichen Angelegenheiten der Vereinsmitglieder Kenntnis erhalten können. Auch wenn derartige Veröffentlichungen für die Erreichung der Ziele des Vereins üblich und geboten sind – etwa Ergebnisse eines Agilitytunieres oder Zuchtschauergebnisse – müssen diese Mitteilungen unterbleiben, wenn ihnen schutzwürdige Belange der Betroffenen entgegenstehen. Deswegen sollte jedes Vereinsmitglied, aber auch Ortsgruppenfremde Personen vor Veröffentlichung rechtzeitig informiert werden, was wann wo auf welchem Wege der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, damit dieser Veröffentlichung widersprochen werden kann. Das gilt grundsätzlich, allerdings mit viel engeren Grenzen, auch für die Verbreitung von Mitteilungen im Internet.

Die Mitgliederdaten einer Ortsgruppe sind nicht automatisch auch Daten des Hauptvereins, obwohl die Ortsgruppe eine Unterorganisation des Hauptverbandes ist. Vielmehr ist der Hauptverein datenschutzrechtlich wie eine „fremde“ Stelle zu behandeln. Personenbezogene Daten der Vereinsmitglieder dürfen dem Hauptverein nur zur Verfügung gestellt werden, wenn dieser eine Aufgabe erfüllt, die letztlich auch im berechtigten Interesse des übermittelnden Vereines liegt.

In jedem Verein muss es für die Verwaltung der Mitgliederdaten ein sogenanntes Datenlöschkonzept geben. In dieser ist festzulegen, wann welche Daten der Mitglieder zu löschen sind. Dabei gilt die Faustregel, dass eine Löschung erst geboten, aber dann auch tatsächlich vorzunehmen ist, wenn nach dem Austritt eines Mitgliedes nicht mehr mit Rückfragen wegen der erloschenen Mitgliedschaft gerechnet werden muss.

4.   Wichtige Punkte der EU-DSGVO

Folgende Punkte sind für die Orts- und Landesgruppen wichtig und sollten beachtet werden:

A.    Grundsätze für Verarbeitung personenbezogener Daten

Art. 5 der DSGVO beschreibt überschaubar und einfach formuliert die Grundsätze der Verarbeitung personenbezogener Daten, die auch von Vereinen bei jedem Umgang mit persönlichen Daten zu beachten sind.

Beispiel: Der Grundsatz der Zweckbindung und Datenminimierung, bedeutet, dass nur die Daten verarbeitet werden dürfen, die „für festgelegte, eindeutige und legitime Zweck“ bestimmt sind. Die Verarbeitung muss „auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein“ (Art. 5 DSGVO).

B.    Technische und organisatorische Maßnahmen

Nach Art. 24 Abs. 1 der DSGVO müssen auch Vereine dafür Sorge tragen und überprüfen, ob die eigenen technischen und organisatorischen Maßnahmen der Datenverarbeitung geeignet sind, Datensicherheit zu gewährleisten. Bei allen Datenverarbeitungsvorgängen muss demnach überprüft werden, ob ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind.

C.    Informationspflichten

Auch die Ortsgruppen im SV sind verpflichtet, die Personen, deren Daten Sie verarbeiten schon vor der Verarbeitung der Daten umfangreich zu informieren. Art. 13 der DSGVO gibt hierzu eine genaue Liste der Informationen vor, die „der betroffenen Person zum Zeitpunkt der Erhebung“ mitzuteilen sind. Im Vergleich zu den bisherigen Vorschriften laut Telemedien- und Bundesdatenschutzgesetz sind einige neue Anforderungen hinzugekommen, die es genau zu beachten gilt. Sofern diese Informationen den Personen, von denen bereits Daten erhoben wurden, noch nicht zur Verfügung gestellt wurden, muss dies aktiv durch den Verein vor dem 25.5.2018 erfolgen.

D.    Einwilligungserklärungen

Die DSGVO gibt in Art. 4 Abs. 11 detaillierte Regelungen zu Einwilligungserklärungen der Personen vor, deren personenbezogene Daten von einer Ortsgruppe verarbeitet werden. Insbesondere wird bei der Einwilligung betont, dass dies eine „unmissverständlich abgegebene Willensbekundung“, bzw. „eine eindeutig bestätigende Handlung“ sein muss. Ein bereits angekreuztes Kästchen beispielsweise ist nicht zulässig. Ein besonderes Augenmerk muss zukünftig auch auf der Formulierung der Einwilligung liegen, da diese „in verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache“ (Art. 7 Abs. 2 DSGVO) erfolgen muss. Dies bedeutet zudem, dass die Verantwortlichen der Ortsgruppe auch kritisch prüfen müssen, ob die eventuell bereits vorliegenden Einwilligungserklärungen noch den neuen Anforderungen entsprechen.

E.     Verfahrensverzeichnis

Neu für viele Vereine ist die Verpflichtung nach Art 30. Abs. 1 Satz 1 DSGVO „ein Verzeichnis aller Verarbeitungstätigkeiten, die ihrer Zuständigkeit unterliegen“ zu führen. Zwar gilt dies nach Art. 30 Abs. 5 der DSGVO nicht für Einrichtungen „die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen“. Jedoch dürfte die darauffolgende Ausnahme „die Verarbeitung erfolgt nicht nur gelegentlich“ auch auf unsere Ortsgruppen zutreffen, da alleine schon ein Mitgliederverzeichnis als „Verzeichnis einer ständigen Verarbeitung“ angesehen wird.

F.     Meldepflicht

Nach Art. 33 Abs. 1 DSGVO besteht nun auch für Vereine die Pflicht, eine „Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten … unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, nachdem … die Verletzung bekannt wurde, der … zuständigen Aufsichtsbehörde“ zu melden. Dies bedeutet, dass jede Ortsgruppe im Vorfeld einen Prozess, ein Muster für die Meldung an die Behörde und die zuständig verantwortliche Person bestimmen sollte. Mindestinhalte der Meldung sind in Art 33 Abs. 3 DSGVO geregelt.

G.    Datenschutzbeauftragte/r

Wenn mindestens 10 Personen im Verein ständig mit der Verarbeitung von Daten betraut sind, muss ein Datenschutzbeauftragter benannt werden (Art. 38 Abs. BDSG neu). Diese Regelung galt bereits bisher, jedoch wurden die zukünftigen Aufgaben des Datenschutzbeauftragten verschärft. Aufgaben des Datenschutzbeauftragten sind u.a. „Beratung des Verantwortlichen“, die „Überwachung der Einhaltung der Verordnung“ sowie „Sensibilisierung und Schulung der an den Verarbeitungsvorgängen beteiligten Mitarbeiter“ und die „Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde“. Da es aber wahrscheinlich innerhalb des SV keine Ortsgruppen geben wird, in denen ständig mehr als 10 Vereinsmitglieder mit der Bearbeitung personengebundener Daten beschäftigt sind, wird diese Regelung nur auf die Hauptgeschäftsstelle des SV zutreffen.

Ein besonderes Augenmerk sollte zukünftig auch auf die Dokumentation jeder Maßnahme beim Umgang mit Daten bzw. in der Umsetzung der EU-DSGVO gelegt werden, da nach Art. 5 Abs. 2 EU-DSGVO der Verein in Zukunft, sollte es zu Datenschutzverstößen kommen, nachweisen können muss, dass er die datenschutzrechtlichen Regelungen eingehalten hat.

5.   Was ist zu für die Vereine nun zu tun?

Die Ortsgruppen sollten sich schnellstmöglich mit der Umsetzung der Anforderungen befassen. Folgende  Punkte sollten dabei beachtet werden:

  • Anpassung der Mitgliedsanträge, Erstellung eines Infoblattes mit Hinweis auf die Verwendung der Daten des Mitgliedes. (Mit der Unterschrift bestätigt das neue Mitglied den Erhalt der Information)
  • Erstellung eines Infoschreibens für die Bestandsmitglieder und Erstellung eines Formblattes, in dem das Mitglied den Erhalt bestätigt
  • Erstellung eines Verarbeitungsverzeichnisses nach Art. 30 DSGVO
  • Überarbeitung von Einwilligungserklärungen gemäß den Vorgaben der DSGVO (z.B. für die Veröffentlichung von Bildern des Mitgliedes)
  • Prüfung und Sicherstellung der TOMs (= technischen und organisatorischen Maßnahmen)
  • Erstellung eines Sicherheitskonzeptes
  • Sicherstellung der Betroffenenrechte

Die Anforderungen zur DSGVO sollten schon seit 25. Mai 2018 umgesetzt sein. Wenn Sie jetzt noch nichts gemacht haben, sollten Sie schnellstens damit beginnen. Es ist damit zu rechnen, dass seitens der Behörden Prüfungen in nicht unerheblichem Maße anstehen werden.

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon fast wieder vorbei. Die Tage werden wieder länger und die Temperaturen steigen hoffentlich bald auch wieder. Die dunkle Jahreszeit geht langsam wieder zuende. In diesem Winter war das Wetter bisher ja nicht richtig winterlich. Man konnten kaum vor die Tür treten. Immer nur Regen, Sturm und ungemütliche Temperaturen. Da hilft nur ein guter Roter und gutes Essen. Da die Bestände im Weinkeller logischerweise dadurch auch schrumpfen, muss für Nachschub gesorgt werden. Außerdem haben wir ja in diesem Jahr auch eine Hochzeit auf dem Programm stehen, an der wir den Gästen natürlich auch einen guten Wein anbieten wollen 🙂

Und mit dem Juan Gil Selección Bartolomé Abellan machen wir da sicherlich nichts falsch. Bei diesem Wein handelt es sich um eine Sonder-Edition von Spitzen-Weinmacher Bartolomé Abellan.

Wenn ein Top-Önologe wie Bartolomé Abellan einem Wein seinen Namen verleiht, dann kommt das einem Qualitätsversprechen gleich. Deshalb wird diese Sonder-Edition auch nur in jenen Jahren vinifiziert, in denen die Voraussetzungen perfekt sind – Handlese der besten Trauben, sorgsame Selektion, schonende Vinifizierung und 4 Monate Ausbau in edler Eiche: Das sind die Zutaten für dieses Wunderwerk an mediterranem Wein.  Am Gaumen mit viel Kraft, Eleganz und unwiderstehlichem Schmelz ausgestattet, trinkt dieser Rote sich prächtig, zeigt große Harmonie und eine delikate mineralische Frische.

Die Bodega Jumilla liegt in den Grenzregionen der Provinzen Murcia und Albacete und hat eine fesselnde Entwicklung durchlaufen. Es ist noch nicht so lange her, da galten die Weine dieser Gegend bestenfalls als trinkbar. Wie hat sich das gewandelt! Besonders die Weine aus der Rebsorte Monastrell haben eine beeindruckende Karriere hinter sich.

Das liegt zum einen daran, dass man hier schon früh das große Potenzial dieser Rebsorte erkannt hat und sich mit großer Leidenschaft für den Erhalt besonders alter Rebstöcke engagiert. Zum anderen aber auch an der Fähigkeit, alte Zöpfe abzuschneiden, und sich modernster Weinbereitung zuzuwenden. Das hat weltweit für große Anerkennung gesorgt und spätestens seitdem sein Monastrell mehrere Jahre in Folge die ominöse 90-Punkte-Schallmauer bei Wein-Guru Robert Parker durchbrechen konnte, hat sich der Ruf als Spezialist für diese originär spanische Rebsorte wie ein Lauffeuer verbreitet.

Heute gibt’s zum gefüllten Schweinefilet mit Parmaschinken diesen schönen, tiefroten Spanier. Man gönnt sich ja sonst nix 🙂